top of page

Emotionale Leere - Gefühle unterdrücken

  • Autorenbild: PETRA KURSAWE
    PETRA KURSAWE
  • 8. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Wie geht es dir wirklich? Warum wir so oft sagen „Mir geht es gut Warum „gut" oft nicht die Wahrheit ist und wir Gefühle unterdrücken. "

Diese kurze Antwort geben viele Menschen ganz automatisch. Sie ist schnell, sozial akzeptiert und wirkt unkompliziert. Doch oft beschreibt sie nicht das, was innerlich tatsächlich da ist. Viele Menschen haben gelernt, ihre Gefühle im Alltag nicht mehr vollständig wahrzunehmen oder auszudrücken. Stattdessen entsteht ein Zustand des Funktionierens – äußerlich stabil, innerlich jedoch distanziert oder leer.


Bereits in der Kindheit lernen viele Menschen indirekt, dass bestimmte Gefühle nicht erwünscht sind. Sätze wie „Stell dich nicht so an", „Das ist doch nicht so schlimm" oder „Reiß dich zusammen" prägen sich tief ein. Die Folge ist nicht, dass Gefühle verschwinden – sondern dass sie weniger ausgedrückt und weniger bewusst wahrgenommen werden.


Frau wirkt emotional erschöpft und innerlich leer
Frau wirkt emotional erschöpft und innerlich leer

Emotionale leere und innere Distanz

Wenn Gefühle über längere Zeit nicht bewusst wahrgenommen werden, kann sich eine innere Distanz entwickeln. Typische Erfahrungen sind:


  • das Gefühl, innerlich „nicht richtig da" zu sein

  • Schwierigkeiten, eigene Gefühle zu benennen

  • ein Zustand von innerer Leere oder emotionaler Taubheit

  • das Gefühl, nur noch zu funktionieren


Diese Zustände stehen häufig im Zusammenhang mit anhaltendem Stress oder innerer Überforderung. Viele Menschen beschreiben, dass ihr Alltag zwar stabil erscheint, sie sich selbst jedoch kaum noch spüren.


Funktionieren statt fühlen

Das äußert sich oft darin, dass äußere Aufgaben gut bewältigt werden, der Zugang zu den eigenen Emotionen jedoch verloren gegangen ist. Das Nervensystem kann in solchen Situationen in eine Art Schutzmodus gehen, in dem Emotionen weniger intensiv zugänglich sind. So entsteht oft ein inneres Erleben, das schwer greifbar ist – als wäre man zwar im Leben aktiv, aber nicht wirklich verbunden mit sich selbst.


Es darf sich auch anders anfühlen als „gut"

Nicht jeder Tag muss sich gut anfühlen. Gefühle sind kein Leistungsindikator, sondern ein Ausdruck innerer Prozesse. Es kann hilfreich sein, sich im Alltag immer wieder bewusst zu fragen: Was ist gerade wirklich da, wenn ich ehrlich zu mir bin? Diese Frage öffnet den Raum für Selbstwahrnehmung, ohne etwas verändern zu müssen.


Eine kleine Übung zur Selbstwahrnehmung

Nimm dir einen Moment Zeit und setze dich ruhig hin. Lenke deine Aufmerksamkeit bewusst auf dich selbst – ohne Ablenkung und ohne etwas verändern zu wollen. Stelle dir dann innerlich die Frage: Was nehme ich gerade wirklich in mir wahr?


Versuche nicht, sofort eine Antwort zu finden oder etwas zu analysieren. Es geht nicht darum, etwas richtig zu machen. Vielleicht spürst du:


  • ein Gefühl

  • eine innere Unruhe

  • Druck

  • Müdigkeit

  • Leere

  • oder zunächst auch gar nichts


Alles davon darf da sein.


Wenn du magst, kannst du dir vorstellen, dem Gefühl innerlich etwas mehr Raum zu geben, statt es sofort wegzuschieben. Bleibe für einen Moment einfach bei dem Gefühl und beobachte, was passiert, wenn es da sein darf, ohne verändert werden zu müssen.

Oft entsteht mit etwas Zeit ganz von selbst mehr Ruhe im Inneren. Nicht, weil das Gefühl verschwindet, sondern weil es wahrgenommen werden durfte und dadurch langsam neutraler werden kann.


Lege anschließend eine Hand auf deinen Brust- oder Bauchbereich und sage innerlich:

„Ich darf wahrnehmen, was gerade da ist." Mehr ist in diesem Moment nicht notwendig.


Mit der Zeit kann es durch diese Form der bewussten Wahrnehmung leichter werden, sich selbst wieder klarer zu spüren. Viele Menschen berichten, dass dadurch Schritt für Schritt mehr innere Lebendigkeit, Klarheit und auch Leichtigkeit entstehen kann – nicht, weil etwas „gemacht" wird, sondern weil wieder mehr Kontakt zum eigenen Erleben entsteht.

Es geht dabei nicht darum, immer nur positive Gefühle zu haben, sondern wieder mehr Verbindung zu dem zu bekommen, was wirklich da ist.


Und genau aus dieser Verbindung heraus kann sich das eigene Erleben oft natürlicher und freier anfühlen.


Ein letzter Gedanke

Viele Menschen sagen im Alltag automatisch „gut", obwohl ihre innere Realität oft komplexer ist. Der erste Schritt zu mehr Selbstwahrnehmung besteht nicht darin, etwas zu verändern, sondern wieder bewusst wahrzunehmen, was bereits da ist. Gefühle brauchen keinen Druck, sondern Raum, um sich zeigen zu dürfen.


In meiner Praxis in Landshut begleite ich Frauen 1:1 und auch online mit Hypnose und Stressregulation dabei, wieder in Kontakt mit sich selbst zu kommen. Wenn du dich gesehen fühlst, schreib mir.


Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung, kann jedoch als Impuls dienen, die eigene Selbstwahrnehmung bewusster zu gestalten.

1 Kommentar


alex.schleifi
09. Mai

Nach einer Weile verändert sich das Gefühl tatsächlich, wenn man den Mut hat bei dem ursprünglichen Gefühl zu bleiben....

Gefällt mir
bottom of page